Grätenkinder
Zogen zwei gar finstre Gr’massen,
Durch dieses Städtlein’s hohle Gassen.
Der Rück’ wart krumm, der Blick war grimmer,
Man nannte sie die Grätenkinder.
Silberlöffel an den Händen,
Transparente Unterhemden.
Unfrisiert, gar glatt gekämmt,
Zur Eiersuche im Advent.
Lauthals schweigent – Stund um Stund,
Ein Plumpsack geht im Kreis herum.
Doch wohin geht die Reise bloß?
Ins Gefängnis zieh’n sie über Los.
Ein Schuss ertönt, man lauscht gespannt,
Mit den Fingern in der Fahrradkette.
Lobpreiset laut das Flaschenpfand,
Im Kopfsprung von der Wendeltreppe.
Der Mond bricht auf, der Tag bricht an.
Das Licht geht aus, das Licht geht an.
Zum Mittagsbrot im Sauseschritt,
Und bring’ auch gleich dein Schlauchboot mit.
Montag morgen, halb zehn in Deutschland,
Beim Frühstückchen mit dem Leutnant.
Milchschaumschlürfent von der Treuhand,
Als Oma noch Opium in der Scheun’ fand.
Rauchwolken zeih’n auf, verschwinden nimmer.
Dreh’n zwei Ehrenrunden durch’s Wohnzimmer.
Halten an und inne, waren Pause.
Du langweilst mich. Komm geh’ nach Hause.
Schnapp’ dein Rechen und pflüg’ davon,
Der letzte Mann verbaut ein Tetris.
Schwebend über dem Beton,
Die Grätenkinder zieh’n ihres Weges.

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